Energie
Die Biogasentwicklung im Landkreis Donau-Ries

Entwicklung

Anfänge im Jahr 1997

Gebäude mit davor stehendem NebengebäudeZoombild vorhanden

Kleine Biogasanlage

Die Biogasentwicklung begann im Landkreis Donau-Ries bereits im Jahr 1997. In diesem Jahr wurde die erste Biogasanlage mit 22 Kilowatt (KW) elektrischer Leistung in Betrieb genommen. Bis zum Jahr 2003 speisten dann bereits 14 Anlagen mit einer installierten Leistung von 2.600 kW ihren Strom in das Netz ein. Das Interesse zum Einstieg in diesen neuen Betriebszweig war bis dahin jedoch noch sehr verhalten.
Das Erneuerbare Energien Gesetz 2004: Biogas-Boom
Mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) 2004 änderte sich dies schlagartig. Erzeugerpreise von unter 10 Euro je Dezitonne Getreide und schlechte wirtschaftliche Perspektiven in den klassischen Betriebszweigen der Landwirtschaft hatten einen Investitionsstau verursacht. Die gesetzlich garantierten Einspeisevergütungen ermöglichten nun den Einstieg in diesen neuen Betriebszweig, bei dem im Vergleich zur übrigen Landwirtschaft wieder schwarze Zahlen erzielt werden konnten.
Biogasanlage hinter GrünflächeZoombild vorhanden

Gemeinschaftsbiogasanlage

52 neue Biogas- und 18 Gemeinschaftsbiogasanlagen
Viele Voll- aber auch Nebenerwerbsbetriebe nutzen diese Chance, sich wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Der "Biogas-Boom" begann. Die Besonderheit im Donau-Ries war, dass mit den in den Jahren 2004 bis 2008 errichteten 52 neuen Biogasanlagen auch 18 Gemeinschaftsbiogasanlagen entstanden. Diese verfügten anfangs, im Vergleich zur installierten Leistung, über eine gute Flächenausstattung und ermöglichten es auch kleineren bzw. im Nebenerwerb geführten Betrieben oder auch arbeitswirtschaftlich ausgelasteten Betrieben, in diesen neuen Betriebszweig einzusteigen. Auch wurde dadurch der zunehmenden Flächenkonkurrenz entgegengewirkt.
Biogasanlage neben KircheZoombild vorhanden

Bäuerliche Biogasanlage

Das Erneuerbare Energien Gesetz 2009: Elektrische Leistung nimmt stark zu
Der neu eingeführte Güllebonus und der um ein Cent/kWh erhöhte NaWaRo-Bonus im EEG 2009 führte zu einer Überförderung der Biogasanlagen und stellte sie wirtschaftlich deutlich besser gegenüber den anderen landwirtschaftlichen Betriebszweigen.
In den Jahren 2009 bis 2011 entstanden dann zwar immerhin noch 19 neue Biogasanlagen, die installierte elektrische Leistung explodierte jedoch förmlich durch die Erweiterung der bestehenden Biogasanlagen. Von rund 28 Megawatt (MW) installierter Leistung im Jahr 2008 stieg diese auf 42 MW im Jahr 2011 an. Die Folgen waren eine massiv zunehmende Flächenkonkurrenz, stark steigende Substratpreise und eine zunehmend negative gesellschaftliche Diskussion. Diese wurde besonders angefacht durch das starke Größenwachstum der Anlagen und die sichtbare Zunahme des Maisanbaus angefacht.
Entwicklung der Biogasanlagen bis 2017Zoombild vorhanden

Entwicklung Biogasanlagen

Das Erneuerbare Energien Gesetz 2012: Real installierte Leistung bei 50 MW
Durch die geänderten Vergütungssätze im EEG 2012 wurde der Bau von Neuanlagen stark gebremst. Über einer Leistung von 75kW waren neue Biogasanlagen bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch wirtschaftlich darstellbar.
Da die bestehenden Biogasanlagen jedoch Bestandsschutz genossen, entwickelten sich diese weiter. So kam es, dass in den Jahren 2012 bis Mitte 2014 zwar nur 5 kleine 75 KW-Biogasanlagen und eine Anlage über 75 KW neu gebaut wurden, die real installierte Leistung aber dennoch auf knapp 50 Megawatt (MW) anstieg. Zusätzlich dazu wurden weitere rund 9 MW elektrische Leistung zur flexiblen Stromerzeugung installiert.
Gründung des Biogaspool Schwaben-Nord
Seit 2012 vermarkten die Biogasanlagen im Landkreis Donau-Ries in immer größerem Umfang ihren Strom direkt an der Strombörse. Von den Biogasanlagen wird "Regelenergieleistung" zur Stabilisierung der Stromnetze angeboten und die bedarfsgerechte Erzeugung des Stroms beginnt. Mit dieser Entwicklung wurde der Biogaspool Schwaben-Nord zur gemeinsamen Vermarktung des erzeugten Stroms gegründet. Dieser Biogaspool entwickelte sich äußerst dynamisch, weit über die Grenzen des Landkreises hinaus, zum größten Biogas-Pool in Deutschland. Er bündelt inzwischen über 350 Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung von circa 260 MW.

Das Erneuerbare Energien Gesetz 2014 und 2017

  • Zubau von rund 14 MW Flex-Leistung zur bedarfsgerechten Stromerzeugung
  • Bis 2017: Neubau von 5 güllebetonten 75kW-Hofbiogasanlagen
Mit dem EEG 2014 wurde der Vergütungsanspruch für die bestehenden Biogasanlagen auf 95% der zum 31.07.2014 installierten elektrischen Leistung gedeckelt. Strom, der darüber hinaus in das Stromnetz eingespeist wird, erhält nur eine Vergütung nach dem aktuellen Strompreis an der Strombörse (ca. 3,0 - 3,5cent/kWh). Damit wurde jede Erweiterung der bestehenden Biogasanlagen unwirtschaftlich. Der Leistungszubau im Zeitraum 2014 bis 2017 von rund 14 MW erfolgte daher um den erzeugten Strom bedarfsgerecht in das Stromnetz einspeisen zu können. Eine Steigerung der Stromerzeugung erfolgt dadurch nicht. Der Neuanlagenbau im EEG 2014 und 2017 beschränkte sich auf kleine güllebetonte Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 75kW. Bis Ende 2017 wurden 5 dieser 75 kW Hofbiogasanlagen neu errichtet.
Insgesamt wurden Ende 2017 im Landkreis 96 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von rund 73 MW betrieben. Davon werden rund 23 MW zur bedarfsgerechten Stromerzeugung eingesetzt.

Ansprechpartner

Hannes Geitner
AELF Nördlingen
Oskar-Mayer-Straße 51
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Telefon: 09081 2106-31
Fax: 09081 2106-55
E-Mail: poststelle@aelf-nd.bayern.de

Fachberater für Landtechnik und erneuerbare Energien

Erhard Würth
AELF Nördlingen
Oskar-Mayer-Straße 51
86720 Nördlingen
Telefon: 09081 2106-30
Fax: 09081 2106-55
E-Mail: poststelle@aelf-nd.bayern.de

Fachzentrum Diversifizierung und Strukturentwicklung

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