Energie
Wärmenutzung bei Biogasanlagen

Die Wärmenutzung der Biogasanlagen im Landkreis Donau-Ries entwickelte sich anfangs nur sehr schleppend. Im Jahr 2008 verfügten erst 10 der 66 Biogasanlagen über ein gutes Wärmekonzept.

Durch steigende Energiepreise, die staatliche Förderung von Wärmenetzen und eine intensive Beratung durch das AELF Nördlingen konnte die sinnvolle Nutzung der Wärme inzwischen wesentlich ausgeweitet werden.
Rohre in einem Feld, die zu Gebäuden verlaufenZoombild vorhanden

Biogasanlage mit Wärmeleitung

Einsparung fossiler Energieträger durch gute Wärmekonzepte
Bis zum Jahresende 2017 verfügten 80 % der Biogasanlagen über ein gutes Wärmekonzept bzw. befanden sich in der konkreten Planung für ein solches. Rechnerisch wird inzwischen durch die Biogasanlagen ein Heizöläquivalent von ca. 33,2 Millionen Liter pro Jahr eingespart. Dies entspricht dem Heizölbedarf von ca. 11.000 Häusern mit einem Durchschnittsverbrauch von 3000l Heizöl pro Jahr.
Um die Biogaswärme optimal zu nutzen, werden vereinzelt, zusätzlich zu den Blockheizkraftwerken (BHKW), große Hackschnitzelkessel betrieben. Dadurch kann der Wärmebedarf der Wärmenetze im Winter sicher gedeckt und die Biogaswärme durch eine Grundlastnutzung optimal genutzt werden. Teilweise beginnen Biogasbetreiber auch in eine saisonale Betriebsweise der Biogasanlage einzusteigen. Dabei wird, entsprechend dem Wärmebedarf der Wärmenetze, im Winterhalbjahr die Gaserzeugung gesteigert und diese im Sommerhalbjahr entsprechend gedrosselt. Die Energieeffizienz der Biogasanlagen kann dadurch wesentlich gesteigert werden.
Vom Stromerzeuger zum Energiedienstleister
Die Biogasbetreiber im Donau-Ries entwickeln sich von der reinen Stromerzeugung immer mehr hin zu Energiedienstleistungsunternehmen. Neben der enormen Einsparung von fossilen Energieträgern und dem vermiedenen CO2-Ausstoß entsteht dadurch eine erhebliche zusätzliche Wertschöpfung für den gesamten ländlichen Raum
Bedeutung der Biogaserzeugung für die Region
Biogasanlagen haben sich zu einem wichtigen Faktor im Landkreis Donau-Ries entwickelt. Sie sind verantwortlich für 41 % der regenerativen Stromerzeugung und für 33 % der regenerativen Wärmeerzeugung. Sie gewährleisten eine grundlastfähige und flexible Stromerzeugung aus regenerativen Energien und tragen damit zur Erreichung der regionalen und nationalen Klimaschutzziele und zur Versorgungssicherheit bei.
Fällt die Biogaserzeugung weg, würde das Erreichen der aktuellen Klimaschutzziele stark gefährden. Der Kreistag des Landkreises Donau-Ries hat daher am 29. Mai 2017 eine Biogasresolution verabschiedet. Diese wurde an die an dem Thema beteiligten drei bayerischen Staatsministerien und die drei Bundesministerien gesandt, verbunden mit der Bitte, sich für die Schaffung von stabilen Rahmenbedingungen für die Anlagenbetreiber einzusetzen.

Ansprechpartner

Hannes Geitner
AELF Nördlingen
Oskar-Mayer-Straße 51
86720 Nördlingen
Telefon: 09081 2106-31
Fax: 09081 2106-55
E-Mail: poststelle@aelf-nd.bayern.de

Fachberater für Landtechnik und erneuerbare Energien