Rettungskette Forst

Ausgangslage und Handlungsbedarf

Schild eines Rettungstreffpunkts
Forstunfälle kommen - Gott sei dank - nicht täglich vor. Aber wenn sie doch passieren, sind schwere, lebensgefährliche Verletzungen keine Seltenheit. Dann gilt es, dem Verletzten möglichst schnell und umfassend zu helfen. Minuten können dabei ausschlaggebend sein. Das zeitnahe Zusammenfinden von Ersthelfern und anrückenden Rettungskräften vor Ort ist mit von entscheidender Bedeutung. Um dem Rechnung zu tragen, wurden in den vergangenen 2 Jahren bayernweit ca. 12.000 Rettungstreffpunkte für alle Wälder von der Bayerischen Forstverwaltung entwickelt. Möglichst nahe an die Wälder oder auch in die Wälder hinein wurden diese Punkte gelegt, vorausgesetzt dass sie ganzjährig auch bei widrigen Wegeverhältnissen erreichbar sind.
Vor gut 20 Jahren hatten große Forstbetriebe, und auch die ehemaligen Forstämter wie Monheim und Kaisheim für den Staatswald, solche Treffpunkte schon festgelegt und mit den Rettungskräften diese Informationen ausgetauscht. Die jetzt für den Staatswald verantwortliche Bayerische Staatsforsten AöR haben auf diese Punkte zurückgegriffen und ebenfalls ausgewiesen.

Aktueller Verfahrensstand der Rettungskette

Rettungskette 2
Flächendeckend wurde inzwischen für alle Waldbesitzarten ein einheitliches Rettungstreffpunkte-System ausgearbeitet und erstellt. 240 Rettungstreffpunkte wurden mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeinden in den letzten Monaten im Landkreis Donau-Ries aufgebaut. Überall sind nun im Landkreis kleine, unscheinbare Schilder (siehe Bild) zu finden. Die Rettungstreffpunkte (RTP) sind bei den Rettungsleitstellen hinterlegt. In einem Notfall wendet sich der Ersthelfer über die Telefonnummer 112 an die Rettungsleitstelle, meldet den Unfall oder Notfall, Art der Verletzung und gibt seinen nächstgelegenen Rettungstreffpunkt, bei uns mit „DON-xxxx“ gekennzeichnet, durch. Diese Rettungstreffpunkte wurden z.T. in den letzten Monaten schon in den Gemeindeblättern veröffentlicht.
Sie können auch im Internet auf der Seite "Rettungskette Forst" des Staatsministeriums oder über die App „Hilfe im Wald“ eingesehen werden bzw. stehen zum Download zur Verfügung.
Auch wenn sie von den Revierleitern der Bayerischen Forstverwaltung für Forstunfälle erarbeitet wurde, so kann jedermann in Notfällen jeglicher Art diese Rettungstreffpunkte nutzen. Die Rettungskräfte finden diese festgelegten, mit Koordinaten hinterlegten Punkte sicher und damit schnellstmöglich auf. Es geht weder beim Notruf noch beim Zusammenfinden durch zweifelhafte Ortsangaben Zeit verloren. Die anrückende Hilfe trifft also schnellstmöglich auch bei widrigen Wetterverhältnissen auf den anrufenden Ersthelfer, der dann die Rettungskräfte zur Unfallstelle führt.

Rettungsübung – Bewährungsprobe vor Ort

Rettungskette 3
Sich mit diesen neuen Rettungstreffpunkten und mit den doch ganz anderen Aspekten einer Rettung im Wald vertraut zu machen, war Anlaß für eine Waldrettungsübung der Freiwilligen Feuerwehr Heidmersbrunn.
Ein Forstunfall wurde täuschend echt durch Barbara Egger vom Deutschen Roten Kreuz mit Hilfe eines Notfalldarstellungs-Koffers an den Simulanten dargestellt. Der unverletzte Ersthelfer aus der Dreier Waldarbeiter-Rotte alarmierte - nach der Erstversorgung der Verletzten – die Rettungsleitstelle und führte die zuerst eintreffenden örtlichen Feuerwehrleute zur Unfallstelle. Die etwas später eintreffenden Rettungssanitäter des DRK und die dazu gestoßenen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Fünfstetten wurden von einer eilig dazugezogene 2. Person ebenfalls zur Unglückstelle geleitet. Nach einem Fußmarsch durch den Waldbestand konnten die verletzten Waldarbeiter von den zumeist jungen Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren betreut und versorgt werden bis der Rettungsdienst eintraf.
Unter Anleitung des praktizierenden Notarztes Klaus Aucktor und des Rettungsassistenten Christian Merk wurde der Schwerstverletzte auf ein Spineboard gelegt und anschließend mit 8 FFW-Mannen im hindernisreichen Waldgelände abtransportiert. Der etwas leichter Verletzte wurde ebenso fachmännisch unter Aufsicht von Andreas Weiß, Rettungssanitäter und Einsatzleiter des DRK Wemding, versorgt. Beim 3. Mann, dem Hilfe holenden Ersthelfer wurde aufgrund der vielen Aufregung noch eine Herzinfarkt-Situation simuliert und eine Herz-Druckmassage an einer Übungspuppe geübt.

Manöverkritik

Der federführende Forstbeamte in Sachen Rettungskette am AELF Nördlingen, Werner Diemer, war ebenfalls anwesend und zeigte sich überzeugt von den sicher ausgeführten Hilfe-Leistungen der überwiegend jungen Feuerwehrleute. Wenn die Rettungstreffpunkte mithelfen, im Fall des Falles lebensrettende Zeit zu gewinnen, haben sie ihren Zweck erfüllt, so der Forstmann. Nach der überwiegend positiven Manöverkritik durch den örtlichen Feuerwehrkommandanten Florian Singer, Christian Merk vom Deutschen Roten Kreuz und Notarzt Klaus Aucktor am Ablauf der Übung wurde allgemein empfohlen, solche Übungen ab und an mit ins Trainingsprogramm der Freiwilligen Feuerwehr einzubauen. Häufig sind die Feuerwehrleute die ersten, die den Unfallort erreichen und sie haben auch Zugriff auf schweres Gerät – aus den landwirtschaftlichen Betrieben –, wenn der Verletzte aufgrund von Geländesituation oder Witterung (Schnee, Näße) nur schwer zu bergen ist.